Bilder, die ich nie vergessen werde

Manche Menschen haben mehr Hemmungen als andere. Und das ist völlig in Ordnung! Nicht jeder muss sich trauen, intime Details von sich preis zu geben. Aber manche Menschen erzählen einem einfach alles. Auch wenn sie fremd sind. Oder sie zeigen einfach Bilder. So wie diese beiden netten Herren:

Fangen wir mit dem zweiten an:

Er sprach nicht so gut deutsch, also versuchten wir beide in gebrochenem Englisch und mit Gesten uns verständigen. Irgendwann holte er sein Handy raus und tippte wild drauf rum. Nach ein paar Sekunden drehte er das Handy in meine Richtung und ein Bild war zu sehen. Ah... Fußpilz. 

Der erste Herr war jedoch das Highlight des Tages. Und bisher ist mir noch keiner begegnet, der ihn übertreffen könnte. 

Er kam mit einer Freundin rein und die beiden machten eigentlich auch einen recht sympathischen Eindruck auf mich. 

"Hi, also ich hab da so ein Problem." Während er das sagt, zückte er sein Handy und wischte drauf rum. 

"Hallo, dafür bin ich ja da: Um Probleme zu lösen!"

Zwar lächelte er, starrte aber weiter auf sein Handy. Ich war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher, was mich gleich erwarten würde.

"Ja, also ich habe da etwas. Unten. Hier sehen Sie?" Noch ehe ich verstand, hielt er mir auch schon das Handy entgegen. Auf dem Display war sein kompletter Intimbereich zu sehen... alles. Von vorne bis hinten. Das Handy befand sich also zwischen den Beinen, als er das Foto schoss. "Könnten das Hämorrhoiden sein?"

Ich blinzelte ein paar Mal. Mein Gehirn lief auf einmal auf Sparflamme und ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte. Ich war schockiert, verwirrt und mir fehlten einfach wirklich die Worte. Man muss dazu sagen, dass ich mich noch in der Ausbildung befand und ich nicht damit rechnete, solche Bilder zu sehen. Andererseits konnte dies einem die Beratung auch oftmals erleichtern.

"Eh, also damit sollten Sie, denke ich, zum Arzt. Das sind keine Hämorrhoiden." Endlich bekam ich einen Satz raus und starrte auf die rot-weiße Stelle an seinem After. 

"Wirklich nicht?" Während er immer noch das Handy in meine Richtung hielt zoomte er mehrmals raus und wieder rein. 

"Ja, wirklich. Bitte gehen Sie zu einem Arzt."

"Siehst du? Ich hab's dir doch gleich gesagt!", meldete sich seine Begleitung. Sie erklärte mir noch, sie sei die beste Freundin und habe es sich live angeschaut und ihm natürlich sofort geraten zum Arzt zu gehen.

Gut danke. Es gibt Dinge, die ich nicht wissen muss. - 07/2023/5